Marketingclub Hamburg – Neuromarketing.

Heute hatte ich eine Einladung
zum „Marketingclub Hamburg“
ins Grand Elysee. 

Besonders spannend fand ich das Thema „Neuromarketing„. Jetzt gar nicht so sehr wegen dem Thema selbst, sondern vielmehr wegen dem Referenten Matthias Berndt. Er ist der Managing Director von Publicis Hamburg und somit mein ehemaliger Chef. Das war natürlich eine nette Gelegenheit nach knapp einem Monat mal wieder Hallo zu sagen und natürlich interessierte mich dann doch wie er Brand16® das Neuromarketingtool von Publicis vorstellt.

Leider hab ich es in meinen knapp 3 Jahren bei dpole/Publicis nie geschafft einem Beitrag über das Thema mitzubekommen. Irgendwie gehörte ich in dem Unternehmen immer zu jenden die unter Dauerstrom standen und immer wichtige Jobs reißen mussten oder gerade das komplette Gegenteil genossen: wohlverdienten Urlaub.

Und das wo ich selbst mit Brand16® gearbeitet habe, ja sogar den Verkaufsflyer gelayoutet und das heute noch in Benutzung befindliche (zugegeben, jetzt nicht so superdolle) Logo gemacht hab.

„Du bist was Du siehst!“

Leider ist das Video aus mir nicht bekannten Gründen nur noch mit Passwort zu sehen und Publicis scheint es selbst leider nirgendwo zu PR-Zwecken einzusetzen.

Und ich muss sagen es hat sich gelohnt, Matthias hat einen wirklich guten Vortrag gehalten, sehr hübsche Keynote-Charts gehabt und einige wirklich spannende Herleitung präsentiert. Auch sein Introfilm welcher von „unserem“ Werksstudenten Niklas Paul und dem CD Ian-Scott Paterson produziert wurde gefiel mir sehr gut.

Neuromarketing (ich benutz das Wort jetzt das letzte Mal, versprochen!) ist ein spannendes Feld. Besonders für Kreative, wir verstehen es aufgrund komplett anders fokusierter Ausbildung viel schwerer als die meisten anderen Gewerke in einer Agentur und können dafür dann umso weniger damit anfangen, weil es uns wie Matthias so schön zum Ende auch in seiner Präse sagte, am Ego trifft.

Ich persönlich finde Brand16® superspannend, die Arbeit damit aber total unmöglich! Für mich ein herumstochern im nichts, ein „alle Regeln brechen“ ohne den Spaß daran zu haben, strategischer Schweinebauch eigentlich! Für Gestalter ein schlimmes Thema – so sehr ich Publicis auf ihrem Weg die Daumen drücke, ich hoffe es wird sich nicht durchsetzen!

„Du bist was Du siehst“ war eine der großen Thesen und wenn dies stimmt möchte ich doch schönere Dinge sehen als einen in 16 unterschiedlichen Varianten verzerrten Newsletter/Plakat/Broschüre, in welchem sowohl inhaltliche, gestalterische als auch Coporate Identity Grundsetze ignoriert werden, nur weil irgendein NT-Querulant (wie ich selbst) oder ein SF-Sympathisant (ohne jegliche grafische Ausbildung) es nicht mag!

Das fühlt sich dann wie der sagenumwogene Hausfrauentest an, wenn Du beim Kunden stehst und er Dir mitteilt, dass er gestern Abend beim rausgehen der Büroputzfrau deine Entwürfe gezeigt hat und sie diese nicht gut findet… nur dies eben mal 16! (Für jede Segmentierung des Publicis Brand16®)

„Du bist was ich will das Du es siehst!“

Warum hab ichs sonst auch studiert!?🙂 Ich möchte doch lieber weiterhin die Verbraucher unterhalten und dahin erziehen, wo wir sie in der Werbung haben wollen. Markenführung war früher das Zauberwort und sollte es heute auch noch sein. Führen bedeutet aber vorausgehen. Challengen. Immer wieder einen Schritt weitergehen! Keep moving forward!🙂

Klar wird das immer schwerer, und sicherlich gibt es dank dem Neu… äh, also mit diesem WissenwasdieKundenwollenMarketing total viele sinnvolle Schnittmengen, besonders um die Positionierung der Marken und Produkte zu kontrollieren drängt es sich mir geradezu auf! Auch um beim Brandingprozess die richtige Tonality für eine CI zu entwickeln, welche Farbe, welche Form der Zielgruppe am ehesten gefällt… kann ich alles nachvollziehen, hab ich Spaß dran damit zu arbeiten – ich liebe gute Strategien, gute Briefings, gute Zielgruppenanalysen, aber ich brauche nicht noch jemanden der ins Layout reinquatscht!

In allem ein sehr guter Abend.

Danke an meinen neuen Chef, Kai Pohlmann für die weitergeleitete Einladung!
Danke an meinen alten Chef, Matthias Berndt für den unterhaltsamen Vortrag!

Danke für die kritischen Fragen aus dem Publikum, ich bin also nicht der einzige der so seine Probleme mit dem System hat – wobei auch hier hat Matz sehr souverän geantwortet und schon mal wunderbar „politisch“ eine Klippe umschifft.

@Publicis: ratet mal wer da ab morgen im 8. OG herumklingelt!🙂

Sorry für die schlechte Qualität der Bilder, irgendwann fiel mir ein ich könnte ja ein paar Bilder fürs Blog machen, da saß ich aber bereits suboptimal und ich hatte auch nur mein iPhone dabei.

UPDATE: Berndt natürlich immer mit „dt“🙂

2 Antworten zu “Marketingclub Hamburg – Neuromarketing.

  1. Achja, interessant war das nichtvorhandensein von Technik bei diesem Treffen! In letzter Zeit häng ich ja eher bei den Social Media Netzwerkern herum, Barcamps, Designcamps, SMCHH usw. – da läuft ungefähr jeder mit 2-3 Gadgets herum (iPad, iPhone, MacBook und und und) aber heute hab ich EIN einziges iPad in Benutzung gesehen und, okay, 3 iPhones klingeln gehört und eine iPhone-SMS. Keine Notebooks. Notizen nur auf Papier!

    Ich war überrascht und froh das ich meinen Rechner auch nicht mit reingeschleppt hatte. Ich wäre wohl durchs dauerhafte tippen aufgefallen.🙂

  2. Matthias Berndt

    Lieber André, einen so langen Beitrag zu diesem spannenden Thema, großartig. Es scheint Dich ja gepackt zu haben… Und dass Du es kritisch siehst, ist erstmal Deinem wachen Geist zuzuschreiben!

    Dass mit der vermeintlich „fehlenden“ kreativen Freiheit muss ich Dir allerdings noch einmal persönlich erklären – bei einer Extrasitzung, gerne mit einem kühlen Astra auf unserer Terrasse. Denn genauso wenig, wie ein soziodemografisches Merkmal (wie Geschlecht oder Alter) Kreativität einschränkt, tun es auch die psychografischen Merkmale. Sie erklären nur, in welche Richtung wir entwickeln sollten. Sie beschreiben exakter, was Menschen erreicht – und was nicht. Denn am Ende sind wir keine freien Künstler, sondern Kommunikationssöldner, die Botschaften unserer Kunden mit maximaler Effienz an deren Zielgruppen zu transportieren haben.

    Also, unterhalte weiterhin zielgerichtet die von Dir betreuten Zielgruppen, mit Hilfe unseres Systems vielleicht sogar erfolgreicher als vorher. Und wenn Du das System nicht nutzt, auch kein Problem, dann behalten wir unseren Vorsprung😉

    Liebe Grüße die Elbe runter

    Matthias

    PS: übrigens, Berndt immer mit „dt“

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