Schlagwort-Archive: iPad

Der Superbowl-Kindle.

Sonntag Abend grassierte die News bei Twitter. Affiliate-Links ohne Ende: Amazon verkauft seinen Kindle für 59,- anstelle der sonst üblichen 79€.

Rückblick: zwei Wochen zuvor.

Auf einer meiner derzeit unzähligen Fahrten zwischen Hamburg und Berlin, bzw. in diesem Fall auf dem Rückweg aus Berlin, erzählte mir mein Kollege das er gerade „Er ist wieder da“ auf dem iPhone lesen würde.

Etwas auf das ich, obwohl ich mich als Heavy-iPhone-User bezeichnen würde, derzeit noch nicht gekommen bin. Klar lese ich alles Mögliche aufm iPhone, aber ein Buch? Wäre mir nie in den Sinn gekommen. Auf dem iPad lese ich alle paar Monate die neuste Ausgabe der Business Punk und ein paar News & Magazin-Apps. Aber auch hier sind Bücher bisher Mangelware.

Also, hab ich in den iBook-Store geschaut und sie an, einer der vergriffenen Fantasieromane welche ich regelmäßig lese gab es dort für „nur“ 7,99€! Ein Schnapper wenn man weiß, dass diese Taschenbücher auch gerne mal für >Orginalpreis bei eBay gehandelt werden… also fing ich an mein erstes Buch auf dem iPhone zu lesen.

Nun war mein Interesse geweckt.

Davon profitierte jetzt vorerst aber einmal Amazon und nicht Apple. Denn das iPad ist mir Abends zu groß um im Bett noch zu lesen. Das iPhone5 aber irgendwie auch wieder nicht groß genug. iPad Mini muss noch auf sich warten lassen, also warum nicht da Angebot nutzen.

kindle_Foto 1-5

Mag vielleicht daran liegen, dass ich nicht die richtigen Bücher da habe. Ein Kochbuch (gab es Weihnachten bei amazon.de geschenkt) und irgendwoher habe ich noch einen anderen Roman in meiner Bibliothek. Aber irgendwie nichts was ich wirklich lesen wollen würde. 😦

Ein Buchgutschein wäre wohl ein richtig gute Marketingidee gewesen. Den wer erstmal ein Buch gelesen hat, wird sich wohl dran gewöhnen.

Ein paar Eindrücke meines Tests.

Die Größe ist ziemlich gut. Im Landscape-Modus sind das ca. 2,5 iPhone 5 nebeneinander. Die Haptik ist okay. Es ist leicht und wirkt stabil. Die Rückseite ist gummiert und das ganze Gerät liegt gut in einer Hand. Der Knopf zum weiterblättern ist gut mit dem Daumen zu erreichen. Das gefällt.

kindle_kombi

Auch Display und Schriftschärfe sind gar nicht so schlecht wie erwartet! Meine Mutter hat einen Weltbild „Kindle“ – das Ding ist ganz schön billig verarbeitet! Klappert und das Display ist superpixelig. Was beide Geräte vereint ist die meiner Meinung nach „billig“ wirkende Transition zwischen den Seiten! Das sieht nicht gut aus, wie die Buchstaben wechseln. Für eine kurze Zeit frisst die Schrift dabei ganz doof weg, teilweise flimmert es. Wirkt irgendwie nicht ästhetisch. Mamas Weltbild „Kindle“ sieht aber noch Welten schlimmer aus. Da hab ich jedes Mal das Gefühl der stürzt gleich ab beim blättern… oder fliegt aus der Hand… gegen die Wand… und ich trete drauf. 🙂

Das Anwendungsszenario.

Jetzt saß ich gestern Abend herum, gucke mir den Frankreich – Deutschland Kick an und fragte mich was mach ich nun mit dem Kindle? Praktisch ist es ja, alle Bücher dabei zu haben. Zudem per WLAN Sync (also mit Homespot aufm iPhone überall) schnell ein neues Buch gekauft werden kann. Aber brauche ich echt noch ein Gerät? Irgendwann kann ich dann auch wieder anfangen Bücher und Hefte mit mir herumzuschleppen, wenn MacBook, iPad, iPhone UND Kindle meine Tasche füllen…

Meine Frau war auch nicht wirklich begeistert. Klar würden wir uns „dran gewöhnen“ aber will man das nur weil man als Mensch Leidens- und Gewöhnungsfähig ist?

Apple hat uns so wunderbar gezeigt, wie sich die Technik den Bedürfnissen anpasst. Und ich soll mich jetzt wieder der Technik anpassen? Ich vermisse sehr stark das ich nicht mit dem Finger auf das tippen kann was ich gerade haben will. Der @SebastianFranz hatte da sehr Recht! Der Mama-ich-will-das-haben-Effekt fehlt. Sowohl auf dem Kindle bei der Bedienung als auch, wenn ich dieses kleine gummierte Ding in Händen halte und mir etwas im Store aussuchen will oder einfach durch das Gerät navigiere. Diese Cursortasten sind schon arg 90er!

kindle_Foto 3-5

Und dann ging ich meine Anwendungsfälle durch:

1.) In der Bahn (HH->B, ihr erinnert): klein, leicht, viele Bücher, WLAN Sync auch im Hotel oder in der Agentur oder Bahnhof oder iPhone irgendwo. Check! Noch ein Gerät dabei? Uncheck!

2.) Zuhause, Abends, im Bett: klein, leicht, WLAN. Check. Und dann wusste ich welches DAS KILLERFEATURE für mich ist: Hintergrundbeleuchtung!!! Gesucht und leider nicht gefunden! 😦

„Lesen wie auf echtem Papier – sogar in hellem Sonnenlicht“ (amazon.de) aber von Dunkelheit oder schlechtem Licht steht da nichts!

Das war es dann wohl.
Nix geht mehr.

Danke @amazon für dieses Schnuckelige Angebot am Superbowl-Abend und Folgetag. Ich bin mir sicher ihr habt bei der Social Media Dichte an dem Abend und am darauffolgenden Tag eine ordentliche Bestellqoute gehabt. Meins wird leider eine Retoure.

Ich werds jetzt mal mit der Kindle-App und dem iBook auf dem iPad versuchen. Da kann ich touchen und hab Licht. Zudem nicht noch ein weiteres Gerät – und fürs iPad hab ich dann auch ein Ladegerät. Bei Amazon kostet dieses nämlich zusätzliche 19,99€!

Ich hab grad noch einmal geschaut, für mich wäre dann wohl eher der Kindle Paperwhite geeignet. Mit Touch und Hintergrundbeleuchtung für 129,- immerhin 200€ weniger als das iPad Mini… ich werd’s mal beobachten.

Und Euch berichten.

Was sind Eure Erfahrungen mit dem Kindle?

Seid ihr total glücklich? Oder habt ihr Euch der Technik angepasst?

(Alle eingebetteten Links sind affiliate-frei!)

UPDATE:

Nach Sebastians tollem Kommentar (danke noch einmal dafür!!) habe ich dem Kindle noch zwei Wochen Extrazeit zur Gegenseitigen Eingewöhung gegeben… und es dann zurückgeschickt. Alle bereits formulierten Punkte haben sich für mich bestätigt und das Killerargument war am Ende tatsächlich das fehlende Licht.

Seit kurzem gibt es jetzt diesen total hässlichen Tolino, z.B. bei Weltbild.de der hat für <100€ WLAN, Cloud und Licht an Bord – könnte ne Alternative sein… wenns nicht so schlecht designed wäre!

Was mir aus Marketingsicht noch zum Kinlde-Kauf aufgefallen ist, wäre der Tipp an alle Händler im Verkaufspreis auf jeden Fall einen Gutschein für ein Buch nach Wahl mitzuliefern! Da hab ich mich echt schwer getan, X Euro auszugeben, nur um es mal auszuprobieren! Wenn ich ein „gutes“ Buch gehabt hätte und wirklich mal 400 Seiten darauf gelesen hätte, wäre die Chance evtl. höher für eine Gewöhnung gewesen!

State of the art iPad-Content?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das was wir auf dem nachfolgenden Video sehen derzeit ziemlich State-of-the-art im Bereich interaktiver Titel und Contentgestaltung auf dem iPad ist.

Ich selbst habe mit meinen Kolleginnen von dpole zusammen einen Vor-vor-vorgänger als webbased Blättermagazin (namens LivingMagazine®) entwickelt. Daher kenne ich das Problem der Wertschätzung eines solchen Mediums. Bei uns ging es natürlich um platzierte Werbung. Wir sollten und wollten damit den Kauf inszenieren, wir sollten Klicks auf der Shopsite generieren und den Umsatz steigern. Verkoofe!

Was ist der Return-of-investment?

Die Kunden fragen da (zurecht): Was bringt es mir meine Werbung interaktiv im Web darzustellen? Die Antwort ist schwierig, jeder der sich mit Social Media beschäftigt kennt diese kuriosen ROI-Rechnungen. Was bringt es meiner Marke „so viel Geld“ in die Hand zu nehmen?

Die derzeit naheliegenste Antwort für die meisten Investitionen im Web darauf liefert Eric Qualman:

The ROI of Social Media? Your business will survive after 5 years

Bei einem Fashionmagazin wie VIV ist die Antwort da deutlich naheliegender, auch wenn jemand wie der Rolling Stone Herausgeber Jann Wenner diese Aussage nicht akzeptieren will. Es geht darum den Einstieg in die digitale Welt frühzeitig zu schaffen, sich zu präsentieren, die eigene Effizienz in der Produktion zu erhöhen um die Kosten zu optimieren und dann wenn iPad & Co. der Markt sind ideal positioniert zu sein.

VIV hat das verstanden und immensen Aufwand betrieben um ein richtig geiles Cover zu gestalten.

Schaut es Euch einfach mal an.

Mich erinnert es allein schon vom FilmNoir-Look stark an SinCity. Auch das „Living Cover“ (nah dran) vom roten Teppich ist ziemlich gut gemacht. Wie toll ist es doch extra für so ein Medium prodzieren zu dürfen. Und wie wichtig richtig!?

Sogar Apple hat angerufen!

Die Zahlen. Imposant! Leserschar verdoppelt. 650K Demonutzern. Alle haben drüber berichtet! Diverse Websites, Blogs, Newspapers. Das ist kostenlose PR, einfach dafür einen richtig guten Job gemacht zu haben!  Und sogar Apple hat angerufen und das geschieht nun wirklich sehr selten!

Und zu guter letzt gab es nun auch noch eine Gold-Auszeichnung in Channes!

Mit billig-billig und den Resten von den Printproduktionen kann man da natürlich nicht wirklich brillieren. Good job!

(via W&V „Cannes Cyber Lions 2011: Die Gewinner“)

Ich brauche immer noch Euren Support bei der Greenpeace DarkSide Aktion!

Unterstütz‘ mich beim Jedi-Training, um gegen VWs Blockade-Haltung beim Klimaschutz zu protestieren. Klick hier! DANKE!

Scrabble 2.0

Stimmt ja schon… aber geil ist es doch! 😉